ADVENT 2020 - Fürchtet Euch nicht!

Ein bunter Strauß voll Zuversicht

"Framing"

 

Kennt ihr den Begriff des framings? "Frame" ist der Rahmen, der ein Bild umgibt. Und je nachdem, wo wir den Rahmen hinhalten, ändert sich der Bildausschnitt. In der Texterstellung und der Berichterstattung ist damit gemeint, mit welchen Augen, in welchem Rahmen man über Dinge berichtet. Oft grenzt der Rahmen Teile des Ganzen aus - und das fühlt sich dann für die, die nicht ins Bild kommen, nicht gut an.

 

Wenn ich bei meinen Spaziergängen durch die Gegend gestreift bin, habe ich auch immer wieder Rahmen gefunden, die die Sicht auf die Umgebung eingerahmt - oder auch begrenzt - haben. Solange ich die Möglichkeit habe, meinen Standort und damit den Blickwinkel auf die Sache zu ändern, kann ich mir ein relativ umfassendes Bild der Umgebung machen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich nichts anderes als den Bildausschnitt zu sehen bekomme, fühle ich mich sehr eingeschränkt. Aber wenn ich die Freiheit habe, mit diesen Rahmen zu spielen, dann kann das sogar Spaß machen - wie auf dem Bild mit der Brücke oben.

 

Vielleicht können wir einmal bewusst beobachten, welche Rahmen sich beim Erzählen und Formulieren ergeben - und ob der Ausschnitt, der sich dadurch ergibt, auch stellvertretend für das Ganze stehen kann? Oder ob wir unseren Standpunkt ergänzend mit erwähnen sollten, damit in unserem Gegenüber ein Gesamtbild entstehen kann?

 

Um die Grenzen des Rahmens spielerisch zu umgehen oder zu brechen, ist ein weiterer Blickwinkel oder eine ungewöhnliche Perspektive oft hilfreich. Daher habe ich das heutige Musikstück ausgesucht. Der Titel scheint etwas ganz anderes zu versprechen als dann erklingt. Können wir uns darauf einlassen, wenn unsere Erwartungen so von dem Angebotenen abweichen? Ich finde es immer wieder schwer - aber mit spielerischen Möglichkeiten wie den Rahmenbildern und der ungewöhnlichen Musik versuche ich zu üben, damit ich nicht nur das zu sehen bekomme, was ich sowieso schon erwartet habe.