Des war mal wieder schee...!

Eingangs zuerst mal eine kurze Entschuldigung an alle Mittel- und Norddeutschen, die das Schriftdeutsch als Sprache bevorzugen.

Von meinen süddeutschen Mitmenschen öfter wegen meiner "Hochdeutschen" Aussprache verspottet, weiss ich die deutsche Schriftsprache durchaus zu schätzen. Trotzdem geht es nie so gut wie im Dialekt, Gefühlsäußerungen so wieder zu geben, dass es jeder gleich ohne Erklärung versteht. Daher verzeiht mir bitte meine zeitweiligen Ausflüge in den fränkischen Dialekt - eine Sprache, die mir gefühlsmässig sehr nahe steht!

Zusätzlich ist es noch so, dass es mich mit Stolz erfüllt, wenn meine Sänger_innen dasnach der Probe sagen. Beim Franken gilt ein "passt scho" als höchstes Lob, die Probe muss also wirklich erfreulich gewesen sein, wenn mancheiner sich zu dieser Aussage hinreissen lässt! :D

Damit sind wir auch schon mitten im Thema: gute Probenatmosphäre.

Die ist einer der Pfeiler, die dafür sorgen können, dass eventuelle neue Sänger auch wirklich dabei bleiben. (s.Blogeintrag 24.10.´17) Und was kann ich als Chorleiter dazu tun?

Wenn ich erstmal die Hürde genommen habe, mir passende Stücke für meinen Chor herausgesucht zu haben, die nicht zu schwer, aber trotzdem effektvoll sind, kommt es jetzt darauf an, die Proben so zu gestalten, dass es sich für die Sänger gelohnt hat, auf das abendliche Fernsehprogramm, die gemütliche Couch und einen netten Familienabend oder sonstige Aktivitäten und Entspannungen zu verzichten. Neben der netten Gesellschaft, die man als Chorleiter nur durch gutes Vorbild im Umgang mit den Anwesenden beeinflussen kann, kann man aber in der Art der Probenleitung sehr viel dafür tun, dass ein gutes Gefühl zurück bleibt.

  1. Lass den einzelnen Stimmgruppen nicht zu viel Pause, binde sie immer recht schnell mit ein.
  2. Versuche, eine Werkstattatmosphäre zu schaffen, in der jeder nach seinem Kenntnisstand mitarbeiten darf.
  3. Begeistere Deine Sänger für die jeweiligen Musikstücke und motiviere sie, diese Musik zum Klingen zu bringen.
  4. Achte auf einen respektvollen und zugleich humorvollen Umgang mit- und untereinander.
  5. Vergiss nie, dass deine Sänger FREIWILLIG und in ihrer Freizeit da sind und freu Dich darüber.
  6. Setze für jede Stelle, die ihr singt, klare erreichbare Ziele - und äußere Lob, wenn das Ziel erreicht wurde.
  7. Gib zu, wenn Du einmal einen Fehler gemacht hast - so können deine Sänger_innen auch besser ihre eigenen Fehler aushalten und sich bemühen, etwas zu verbessern.
  8. Lass ab und zu Raum für witzige Sprüche und lache mit - das lockert das Zwerchfell und entspannt das Hirn (auch bei Dir!); danach geht das Arbeiten wieder viel leichter und effektiver.
  9. Halte Deine Arbeits- und Pausenzeiten zuverlässig ein, damit jeder weiss, wie er seine Konzentration einteilen muss.
  10. Ein paarmal im Jahr sollte statt Probe ein geselliges Beisammensein stattfinden - und Du solltest UNBEDINGT dabei sein. Nur so lernst Du Deinen Chor wirklich kennen und weisst, mit welchen Themen Du sie locken kannst und wo der Schuh drückt.

Das ist jetzt mal ein grober Überblick über die vielen Stellschrauben, die Du in der Hand hast.

Zu den einzelnen Punkten gibt es natürlich einiges mehr zu sagen.

Ich werde  in der nächsten Zeit Blogeinträge zu den einzelnen Punkten schreiben und binde dabei Deine Fragen oder Anregungen gerne mit ein! Wenn Dir dazu also etwas einfällt, schreibe es auch gerne unten in die Kommentare oder mir persönlich über das Kontaktformular. Bis bald!

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