Chorleitung - Chorwerke - Erfahrungen

Sammlung von Chorliteratur - Probentipps für Chorleiter

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Was tun gegen die Chorleiter-Taubheit?

Du kennst das: Du redest auf Deinen Chor ein, gibst ihnen die allerbesten Tipps - und dann kommen sie von einem Workshop-Wochenende zurück oder ihr habt einen Coach zu Besuch. Und auf einmal sagen Deine Choristi: ja, das fand ich spannend, dass nab da - nicht atmen

 - den Mund zum Vokal formen beim Einatmen

- aufeinander hören.... soll oder was auch immer.

Dasselbe also, was Du SCHON IMMER zu ihnen sagst, wird auf einmal als allerneueste Idee anerkannt.

Es ist doch zum Haareraufen! :D

 

Wie immer gibt es mehrere Optionen, mit dieser Erfahrung umzugehen. Du kannst

1. Dich ärgern, dass andere die Lorbeeren ernten, die Du gesät hast und dass woanders auf das gehört wird, was Du auch schon immer sagst. Das ist Dein gutes Recht. Meistens sieht ärgern aber weder optisch gut aus noch tut es Dir selbst gut. Es kostet Energie, die einfach verpufft und woraus nichts Gutes erwächst. Du kannst also

2. einfach ignorieren, was Deine Choristi Dir erzählen. Das ist sicher eine bessere Variante als das ärgern (Optik! ;-)), kostet aber ebenfalls Energie, deren Einsatz nichts hervorbringt. Außerdem wirkst Du dann vielleicht arrogant, weil Du nicht auf die ach, so wertvollen Neuigkeiten, die dir deine Choristi nicht vorenthalten wollen, reagierst. Stattdessen könntest Du also

3. darauf hinweisen, dass Du das auch schon immer gesagt hast und dass es ja schön, ist, dass sie endlich mal zuhören, wenn man ihnen was sagt. Damit schaffst Du Klarheit und hast eindeutig Deine Kompetenz untermauert. Ob dadurch aber eine gute (Arbeits-)Atmosphäre geschaffen wird und dein Chor dir im Folgenden besser zuhört, würde ich doch eher bezweifeln.

Also warum nicht Option 4 ausprobieren:

4. Wenn der Hinweis in der laufenden Probe kommt, dann sag doch an der Stelle, wo Du bisher auch schon immer darum gebeten hast, dass dort nicht geatmet wird: "wie Chorsängerin A vorhin von ihrem Workshop berichtet hat, wurde dort erarbeitet, dass man an dieser Stelle nicht atmen soll. Also probieren wir das doch mal!" Im besten Falle klappt es hervorragend und anschließend kräht irgendjemand herein "das sagst Du doch auch immer zu uns!" Dann bricht allgemeines Gelächter aus, dass man zum ersten Mal das gemacht hat, was Du schon immer sagst - und nur, weil es angeblich jemand anders gesagt hat. Und deine Choristi haben wieder einmal gemerkt, dass man Deinen Ansagen vertrauen kann!

Es wird nächstes Mal höchstwahrscheinlich nicht anders laufen, darauf musst Du dich einstellen! :D  Aber zumindest hast Du die Situation souverän und mit Gelächter aufgelöst und im Hinterkopf bleibt die Erfahrung, dass Du Recht hattest....

 

Du kannst allerdings auch selber etwas dagegen tun, dass die Chorleiter-Taubheit in deinem Chor keine exorbitanten Züge annimmt. Das erfordert allerdings etwas Aufwand und viel Flexbilität von Dir (und deinem Chor).

Taubheit stellt sich nämlich immer dann ein, wenn der Ablauf einer Situation klar ist. Wenn Du willst, lass mal ein Diktiergerät mitlaufen und höre Dir deine Ansagen an. Meistens wird schnell klar: Du sagst immer dasselbe!

Natürlich kommt das vor allem daher, dass das eben die Kernproblematik Deines Chores ist, die sich da zeigt.

ABER: sicher gibt es nicht nur diesen einen Faktor, an dem ihr arbeiten könnt und wollt!

Wenn Du es also schaffst, dass Deine Anmerkungen variieren, kannst Du Dir auch erhöhter Aufmerksamkeit gewiss sein!

Das fängt beim Beginnen eines Probeabschnitts an - nicht immer nur von vorne!! -, geht über das Aufeinander-Hören (wann haben welche Stimmen den gleichen Ton) über die Verständlichkeit des Textes, das gemeinsame Atmen oder Absprechen oder auch die Lautstärkenabstufung je nach Melodieführung. Dann haben wir noch die Dynamik, die Angleichung der Vokalfärbung, etwaige Agogik etc.

Du merkst es selbst: es gibt genügend Dinge, auf die Du Deinen Fokus und damit auch den deines Chores legen kannst!

Nimm Dir doch für jede der kommenden Proben einen anderen Fokus vor, kommuniziere es auch ruhig ("heute achten wir einmal besonders auf die Abstufung unserer Dynamik") und erinnere Dich selbst und Deinen Chor immer wieder daran, dass das das Thema der heutigen Probe ist. Beim nächsten Mal ist es dann die Gemeinsamkeit beim Atmen und Absprechen, beim dritten Mal die unterschiedlichen Tempi.... Du wirst sehen: Dein Chor und Du, ihr seid ganz anders fokussiert und es macht auch wieder viel mehr Spaß, miteinander zu proben!

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